Gebet im Dazwischen…

Ewiger Gott,
ich ruf zu dir
aus dem „dazwischen“
aus dem Augenblick zwischen Abschied und Neubeginn…

Ich ruf zu dir
und manchmal hör ich deine Antwort,
spüre deine Nähe,
Zärtlicher:
Dein Mitgehen vom Alten ins Neue
Du bist da in meiner Unsicherheit, meinen Zweifeln,
meiner Angst vor der Zukunft
Du bist da in den vielen Tränen des Abschieds,
DU Tröster – Gott…
richtest mich auf
lässt mich aufatmen…

Ich ruf zu dir
und manchmal ist da Nichts…
Leere
Ich spür dich nicht,
Unbegreiflicher
tiefe Wellen der Traurigkeit reißen mich mit
ungeduldig quäl ich mich durch endlos lange Wartetage
Und immer wieder die Frage:
Wie lange noch muss ich hier sitzen
gefangen im Unbekannten
Und du bist so fern…
Und im Dazwischen,
im Augenblick zwischen Abschied und Neubeginn immer wieder ein Satz:

„Das gebeugte Knie und die hingehaltenen leeren Hände
sind die beiden Urgebärden des freien Menschen.“

…und plötzlich wächst da eine Ahnung,
dass meine Hände wirklich erst ganz leer werden müssen,
dass ich jetzt auf den letzten Metern des Abschieds
wirklich alles lassen muss…

ALLES…
Aus der Tiefe meines Herzens muss ich alles gehen lassen,
viele liebe Menschen, vertraute und geliebte Umgebungen und Gewohnheiten
Langsam und immer wieder unendlich traurig,
lass ich mein altes Leben los.
Mit jedem Tag werden meine Hände leerer
Die Knie funktionieren schon lange nur noch gebeugt gut…

Schau auf meine Hände,
unendlich zärtlicher Gott
Schau auf mein trauriges Herz
In deinem Blick wächst die Gewissheit
wie eine warme, kleine, flackernde Flamme:
erst wenn meine Hände wirklich leer sind,
erst wenn ich gar nichts mehr habe, nur noch bin,
werde ich frei sein…
frei von meinen eigenen Plänen
und meiner eigenen egoistischen Hoffnung

Und ich spür schon die leise Ahnung,
wie einen warmen Wind Ende Februar, der schon vom Frühling träumt…:
Dass du da sein wirst,
wenn ich nichts mehr habe, nur noch bin.
Du wirst da sein, Liebevoller,
wirst mich umarmen, ganz umgeben, Geliebter
Und ich werd vor dir einfach nur da sein…
…unendlich kostbar und wertvoll…
ohne jede Leistung, ohne alles…
einfach so…geschenkt

Und dann werd ich frei sein:
frei ganz und gar für dich
und deine Pläne mit mir,
Dann schenk mir einen Glauben,
der weiterträgt,
DU Lichtvoller über Allem….
Und eine Hoffnung, die durch alles trägt
und eine Liebe, die niemanden übersieht,
dann lass mich spüren, Gott
wer du bist
und welchen Weg du mit mir gehen willst!

Bis dahin bleib ganz nah bei mir,
unfassbar liebevoller Gott…
in den vielen Abschieden, die noch kommen
bis meine Hände ganz leer sind…
Bleib bei mir, Zärtlicher
in jedem Augenblick,
in jedem Atemzug….

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