Gebet in der Leere

DU!
Wo bist du?
Schwarzmächtige Dunkelheit
so voll Leere…
Unendlich leer
….
da ist nichts

Nichts gibt Halt
nichts trägt mehr
einsam
tauch ich ein in die Leere
Fluten reißen mich mit
fallen
nach unten
auf den Grund

Bist du wirklich da??
An meiner Seite,
Unsagbarer??
im
Dunkel,
in der Leere

Angst hab ich vor dir
vorm Sterben
Fluten reißen mich mit
fallen
nach unten
auf den Grund
Atemlos
unsagbar schwer
sink ich
auf den Grund

Nach dem Boden tastend
spür ich
DU
bist da!
Umfängst mich
unendlich Liebevoller…
auf dem Grund…

DU
bist selbst der Grund
bist alles
und in allem

Ob wir leben
oder sterben
nichts kann uns trennen von dir…
sicher sind wir getragen
in dir

In unendlichen Höhen
Und unergründlichen Tiefen bist
DU!
Untrennbar von mir
Ich untrennbar von dir

DU
Urgrund
von allem
stellst meine Füße
auf festen Boden
in weiten Raum…
Und mein Herz wird weit
ganz weit
so unendlich erfüllt
von deiner
zartmächtigen
Liebe
DU!

Mehr zum Gebet

Es gab schwierige Abschnitte in der Corona Zeit.
Ganz schlimm war das Osterfest, ohne Gottesdienste…
Also… ohne Gottesdienste „in Echt“.
Auch im Krankenhaus war alles schwer, wir durften zeitweise eigentlich nicht mehr arbeiten, oder nur sehr wenig…
An manchen Tagen hatte ich auch Angst.
Die Atemlosigkeit, das Husten, dass die Kranken auf dem Bauch lagen war schlimm anzusehen…
Die Trauenden, die weggerissen waren von ihren Liebsten… Sterben ohne Abschied nehmen…
Ich glaub auf so mancher Wegstrecke war ich Nahe an einer Depression…

Meine Halt, Gottesdienste, die ich gewohnt war… fehlten…
Und dann kam die Osternacht…
Traurig auf meinem Sofa…
Die Kinder haben mich beim Feuer davor betrunken gemacht, weil ich nicht auszuhalten war…

Dann hab ich die OSternacht mitgefeiert am Morgen in Fulda…
Bischof Michael Gerber, der in dieser Zeit sowieso mein Retter war…. hat erzählt…
Dass sie ein Foto machen wollten vom Fuldaer Dom… mit der Aufgehenden Sonne… und dass sie den falschen Schlüssel hatten und nicht rauskamen…
Er sagte: wir wussten: da draußen geht die SOnne auf, und wir können nicht hin…
Genau das war mein Gefühl… ganz tief… Da draußen ist Ostern… und ich komm nicht hin…

Wir haben dann den Auftrag bekommen, die SOnne zu suchen, draußen… jeder da, wo er/sie gerade war.
Draußen war sie schwierig zu finden, traurig bin ich wieder ins Haus… und da war die Sonne… hinter dem Auferstandenen am Küchenfenster.

Ich hab das Bild mit dem Robert geteilt, der in Lauda auf seinem Sofa saß und die Sonne gesucht hatte… unsere Bilder waren sehr ähnlich…
In dem Moment ist doch Ostern geworden…
Und ich bin wieder ins Leben abgebogen…

Da entstand dieses Gebet…